Die Betriebspartnerschaft mit ZF Sachs Teil 2
Echter, erster Arbeitstag
Die Zeichnung
Heute wurden wir von dem Ausbildungsleiter Herrn Engel begrüßt. Er versammelte alle um sich herum und besprach mit uns unseren ersten Arbeitsschritt anhand der Zeichnung.
Hier galt es zunächst einmal, die erforderlichen Maße aus der Bauteilezeichnung 1 richtig herauszulesen: Wie lang, wie breit und wie hoch ist die Grundplatte?

Entgraten
Aus den vorliegenden Halbzeugen musste das richtige Teil für die Herstellung der Grundplatte ausgesucht werden.
Alle Halbzeuge haben bereits die richtige Breite und Höhe. Nur die Länge stimmt bei keinem einzigen Teil. Da die Halbzeuge schon einmal abgelängt wurden, verfügen alle über einen Grat. Ein Grat ist eine raue Kante, die sehr scharf sein kann und an der man sich sehr schlimm verletzen kann.
Dieser Grat muss also beseitigt werden. Außerdem stört er beim Anreißen, da das Halbzeug jetzt nicht exakt auf die Anreißplatte gestellt werden kann. Also wird der Grat mit einer Schlichtfeile entfernt.
Anreißen 1
Mit dem Parallelanreißer wird zunächst eine Länge von 122,5 auf der Grundplatte angerissen. Gutes Augenmaß ist unabdingbar. Das verschafft uns zunächst noch eine Toleranz beim Sägen. Denn wir können sicherlich nicht sofort exakt ablängen, so dass wir später mit der Feile noch die Möglichkeit haben, das Werkstück auf die erforderliche Länge zu bringen.
Sägen
Wir arbeiten mit der Bügelsäge. Das Sägeblatt ist gewellt, die Zähne zeigen nach vorne, der Fachmann sagt; "Die Säge arbeitet auf Stoß."
Damit wir zu Beginn des Sägens nicht so schnell abrutschen, behelfen wir uns mit einem Trick: Zunächst wird mit einer Dreikantfeile die Anreißkante eingekerbt. Danach kann die Bügelsäge eingesetzt werden. Unter Einhaltung des richtigen Sägewinkels kann ohne Druck die Säge langsam vor und zurück gezogen werden. Dabei ist zu beachten, dass man stets auf der Anreißlinie sägt.
Nachdem der erste Schnitt erfolgt ist, muss die Sägekante entgratet werden. Jetzt müssen wir eine der Sägekante exakt auf Winkligkeit feilen, da diese Kante für das weitere Arbeiten als Bezugskante dient. Von dieser Kante aus müssen später alle weiteren Maße für die Bohrlöcher angerissen werden. (vgl. Zeichnung 1)
Wie man sieht, gab es heute viel zu erklären.
Anreißen 2
Mit dem Parallelanreißer wird jetzt die exakte Länge von 120,0 auf der Grundplatte angerissen. Auch hier ist wieder gutes Augenmaß unabdingbar.
Danach muss das Werkstück wieder in den Schraubstock eingespannt werden und auf das exakte Maß gefeilt werden. Hierzu wird zunächst die Schruppfeile verwendet. Ist das Maß fast erreicht, wird die Schlichtfeile genommen. Sie entfernt die rauen Stellen der Schruppfeile und den Grat. Das Arbeitsergebnis muss stets mit dem Haarwinkel überprüft werden.
Auch das haben wir erfahren:
In der Lehrlingsabteilung gilt absolutes Handyverbot. Schon allein aus Sicherheitsgründen ist es untersagt, während der Arbeit Privatgespräche zu führen. Das lenkt von der Arbeit ab. Bei Nichtbeachtung erfolgt eine Abmahnung. Das wird also hier noch viel härter bestraft als bei uns in der Schule. Und bisher hat sich jeder Lehrling daran gehalten!
Resümee des zweiten Tages
Es hat allen unheimlich viel Spaß gemacht. Am liebsten hätte man weitergearbeitet.
Arbeiten macht durstig! Das nächste Mal bringen wir uns was zu trinken mit.
Wir wollen wiederkommen! Keiner hat die Nase voll.



















